Mantrail - Glossar

A-F  |   G-L  |   M-Q  |   R-W  |   X-Z  |  

Abgang

Der Start des Trails (der Punkt an dem die Versteckperson (VP) letztmalig gesehen wurde). Englisch: "Point last seen" (PLS).


Anzeige

Anzeige der gesuchten Person (z.B. durch anspringen, vorsitzen o.ä.). Englisch: "ID" (identification).


Backtrack

Der Runner (oder die gesuchte Person) ist einen Teil des Weges auf der eigenen, alten Spur zurückgegangen


Belohnung

Futter, Lob, Spielzeug ... Alles das was der Hund am Liebsten hat. Die Belohnung gibt es am Ende vom Trail, und muß für den Hund RICHTIG TOLL sein! Wenn er nach dem Futter noch ein Lieblingsspielzeug hat (was es nur auf dem Trail geben sollte, damit es immer RICHTIG TOLL ist), dann spielt der Runner mit dem Hund damit am besten bis man wieder am Auto angekommen ist! Da geht dann richtig die Party ab!

Und ja, die Belohnung gibt es vom Runner!!! Denn den soll der Hund ja auch über schwierige und evtl. lange Trails finden! Deshalb macht es Sinn, den Runner auch den Hund belohnen zu lassen!


Double-Blind

Double-Blind Trails bedeutet, daß außer der Versteckperson selbst, niemand - also weder der Hundeführer, noch das Backup (in Prüfungen auch nicht der Prüfer) - den Weg den die Versteckperson genommen hat, kennt, oder weiß wo sie sich versteckt hat. Auf diese Weise werden realitätsnahe Trails gelegt, und keiner der Beteiligten kann den Hund durch unbewußte körperliche Signale zur Versteckperson "führen". Im double-blind Trail muß sich der Hundeführer auf seinen Hund, und sein eigenes Können im Lesen und richtigen Interpretieren der Körpersprache seines Hundes, verlassen.
Die meisten Rettungshundeorganisationen und Mantrail-Gruppen laufen in Deutschland sogenannte "single-blind" Trails. Kontinuierliches double-blind Training wird derzeit in Deutschland und Europa leider noch relativ selten durchgeführt.


Fire-Trails

Firetrails oder Motivations-Trails werden genutzt, um dem Hund zu Beginn der Ausbildung zu "zeigen", was wir von ihm wollen: Der weglaufenden Person, die einen Scent-Artikel hinterläßt zu folgen. Kann der Hund ganz zu Beginn der Trail-Ausbildung den Runner noch einige Meter weit mit den Augen verfolgen, geht man sehr rasch dazu über, diese Strecke zu verkürzen, damit der Hund dann seine Nase benutzen muß, um dem Läufer noch folgen zu können. Am Ende eines Fire-Trails gibt es dann richtig "Party" mit Leckerchen und/oder einer anderen Form der Belohnung die dem Hund richtig Spaß macht.

Leider werden Fire-Trails von vielen erfahrenen Trailern, die schon recht lange und anspruchsvolle Trails mit ihren Hunden laufen, oftmals als "Anfänger-Trails" mit einem mißbilligenden Blick bedacht, die man selbst - ab einem gewissen Ausbildungsstand - eben einfach nicht mehr nötig hat. Dabei wird leider aber auch übersehen, daß Firetrails keineswegs nur für "Anfängerhunde" spannend sind, sondern diese Art des Trailens allen - auch den erfahrenen - K9s einen riesigen Spaß machen! Wer seinen Hund auf den "richtigen" Trails gern hochmotiviert arbeiten sehen will, sollte daher immer wieder auch mal reine Spaß-Trails (also firetrails) für die Hunde einbauen. Der Hund wird es ihm durch eine gesteigerte Motivation auf den "richtigen" Trails danken!


Flanker

Begleitperson, die dem Hundeführer beim Lesen des Hundes unterstützt (Blick von der Seite auf den Hund), die ihm im Verkehr Hilfestellung gibt (ihn z.B. Vor Fahrrädern, anderen Hunden, Autos etc. warnt). Wird auch "Backup" genannt.


Geruchsartikel

Dem Geruchsgegenstand kommt im Mantrailing höchste Bedeutung zu, da er der Schlüssel zum Trail ist. Er enthält die Informationen, den Geruch, den der Hund "abspeichern" und unter Tausenden anderer Gerüche herausfiltern und verfolgen soll. Daraus folgt: Der Hund kann nur so gut trailen, wie sein Geruchsgegenstand ist.


K9

K9 (engl. für canine). Mit dieser Bezeichnung werden im englischen Sprachraum Arbeitshunde bzw. Rettungshunde benannt.


Kontaminierter Geruchsartikel

Gegenstand (z.B. Kleidungsstück) das noch den Geruch von einer oder mehreren anderen Personen als der gesuchten trägt. Englisch: "contaminated scentarticle".


Makrosmaten

Als Makrosmaten oder Makrosmatiker (griech. für "Großriecher") bezeichnte man Lebewesen, bei denen der Geruchssinn eine besondere Rolle spielt. Hunde sind Makrosmaten und gehören als "Nasentiere" zu den Lebewesen, bei denen der Geruchssinn sehr gut entwickelt ist und eine besonders große Rolle innerhalb der Sinne spielt. Lebewesen mit einem ausgeprägten Geruchssinn zeichnen sich durch eine besonders großen Anteil der Nasenschleimhaut aus, der mit einem Riechepithel überzogen ist (Riechschleimhaut, Regio olfactoria). Messungen haben ergeben, dass das Riechvermögen des Hundes etwa 1 Mio. mal besser ist als das des Menschen.

Das wichtigste "Riechorgan" ist das Gehirn, hier werden die eintreffenden Daten verarbeitet und ausgewertet. Bei Hunden ist der Bereich des Gehirns welcher für die Verarbeitung zuständig ist walnussgroß (~ 7'000 mm², und umfasst 1/8 seines gesamten Gehirns), wesentlich grösser als beim Menschen (~ 500 mm², erbsengroß), wodurch das Wahrgenommene weiter differenziert werden kann.

Diese Spezialisierung läßt unsere Hunde nicht nur weitaus mehr Gerüche wahrnehmen, sondern sie ermöglicht beispielsweise ein "Rechts-Links-Riechen". Das heißt: Hunde können die Richtung eines Duftes und seinen Weg erkennen, und ermöglicht ihnen so, dem Geruch in die "richtige Richtung" - d.h. vom "Start" zum "Ziel" - zu folgen!

Ein geübter Hund kann zwei Sandkörner auf einem 500 Meter langen, 50 Meter breiten und 50 Zentimeter tiefen Sandstrand wiederfinden!


Mantrailing

Mantrailing - oder zu deutsch "Personensuche" - ist die Suche mit dem dafür ausgebildeten Hund nach einem ganz bestimmten Menschen, anhand seiner individuellen Geruchsspur, die genauso einzigartig ist, wie seine DNS. Beim Mantrailen bekommt der Hund vor dem Trail kurz eine Geruchsprobe des zu suchenden Menschen gezeigt, damit er weiß, wie der Mensch riecht, den er suchen soll. Der Trail, dem er dann folgt, ist für jeden einzelnen Menschen so individuell wie seine DNA. Der Mantrailer verfolgt also ganz gezielt die Spur eines bestimmten Menschen (= Individualgeruch); nur dessen Geruch soll er unter allen anderen herausfiltern, und folgen. Somit sucht der Mantrailer im Gegensatz zu anderen Suchhunden, geruchsspezifisch.


Negativ

Der Hund hat keinen Scent mehr (z.B. An Kreuzungsabgängen), und zeigt dies körpersprachlich an, indem er z.B. zunächst den Kopf hebt, und dann umdreht und schließlich selbst zurückkommt. Dies Verhalten sollte durch den Hundeführer dadurch verstärkt werden, daß man dem Hund Platz macht und an die Seite geht (um so keinen "Körperblock" zu bilden und den Hund wieder vorwärts zu drängen), so daß der Hund bequem den Hundeführer passieren kann, um den Trail an anderer Stelle wieder aufzunehmen.


Scent discrimination

Scent discrimination - oder zu deutsch "Geruchsunterscheidung" - ist die Fähigkeit des Hundes, einen individuellen (menschlichen) Geruch unter vielen anderen herauszufiltern.


Scent presentation

Scent presentation, oder zu deutsch: "Präsentation des Geruchsartikels", bezeichnet die Art und Weise in der man dem Hund den Geruchsartikel der zu suchenden Person präsentiert. Zumeist wird der Artikel in einer Plastiktüte aufbewahrt. Häufig sieht man dann wie diese Plastiktüte dem Hund fest über die Nase gezogen wird (damit er - so hofft man - möglichst viel von dem Geruch aufnimmt). Tun Sie Ihrem Hund dies bitte NICHT an! Es reicht völlig aus, wenn er freiwillig eine kleinere Priese des Geruchs aufnimmt! Machen Sie statt dessen lieber den Geruchsartikel (z.B. durch rascheln mit der Tüte, oder das verdeckte halten der Tüte) für den Hund SO interessant, daß er gern und freiwillig zu dem Artikel will. Dann können Sie sicher sein, daß er möglichst viel (und dies gern und freiwillig!) von dem Geruch aufnimmt!


Scent pool

Der Scent pool ist eine Anhäufung von Geruchspartikeln von Personen die länger an einem Ort verweilt haben oder verweilen


Sekundärgeruch

Der Hund muß den Geruch auf einem Gegenstand mit Primärgeruch aufnehmen (z.B. vom Ärmel einer dritten Person, die dort von der gesuchten Person angefasst wurde)


Single-Blind

Single-Blind Trails bedeutet, daß neben der Versteckperson selbst i.d.R. noch das Backup den Weg den die Versteckperson genommen hat, kennt. Hierbei ist es jedoch möglich, daß dem Hund unbewußt körpersprachliche Signale des Menschen gegeben werden, die ihn veranlassen in die richtige Richtung zu laufen (wenn er z.B. mal den Trail verloren haben sollte). Auf single-blind Trails ist es daher nie auszuschließen, daß der Hund unbewußt "geführt" wird, und nicht selbständig die Schwierigkeiten auf dem Trail meistert (wozu er durchaus in der Lage ist!).


Thera-Trailing

Unterart des Mantrailen zur unterstützenden Behandlung von Hunden mit z.B. Umgebungs- oder Angstproblemen. Da die Hunde beim Mantrailen viele positive Erfahrungen in den verschiedensten Umgebungen machen, eignet sich das Mantrailen durchaus um unterstützend und ergänzend zu einer therapeutischen Behandlung eingesetzt zu werden. Allerdings sollte man auch nicht zuviel erwarten: Je nach Schwere der Problematiken, die die Hunde u.U. entwickelt haben, reicht "nur trailen" sicherlich nicht aus, um z.B. tiefsitzende Ängste zu "heilen".

Bei Hunden mit Problemen (z.B. Angstproblematiken und insbesondere mit Aggressionsproblemen) sollte immer eine gründliche Anamnese und daran anschließend ein geeignetes, zielgerichtetes Training mit einem guten, erfahrenen Hundetrainer zur Therapie eingesetzt werden. "Thera-Trailing" allein wird nicht zur Lösung des Problems für den Hund ausreichen, insbesondere nicht bei schweren Angst- und Aggressionsproblemen - egal was die Werbung hier auch verspricht!

Mantrailen ist eine artgerechte Beschäftigungsform für den Hund, die sich positiv auf sein Selbstbewußtsein und seine Ausgeglichenheit auswirkt, aber sicherlich kein Allheilmittel!

Verleitperson

Eine nicht gesuchte Person, die den Trail kreuzt, oder dort herumsteht.